DATENHERKUNFT / ÖFFENTLICH

Datenquellen und Methodik von Lightning Tracker

Für die deutschen Karten stammen die Blitze vom optischen Lightning Imager an Bord des geostationären Satelliten EUMETSAT MTG-I1. Für die Karten Nordamerikas werden die Instrumente GOES-19 Ost und GOES-18 West der NOAA ausgewertet. Feste Grenzen zwischen den Quellen verhindern, dass einander überlappende Satellitenbeobachtungen doppelt gezählt werden.

Die Karte zeigt erfasste Blitze, keinen Niederschlag: Sie ist kein Regenradar und keine Vorhersage des nächsten Einschlagsortes. Wo die Grenzen einer optischen Blitzmarkierung liegen, beschreibt der Abschnitt Abdeckung und Grenzen.

Zuletzt aktualisiert Methodik v1.1 · Quellen und feste Grenzen präzisiert Öffentliche Karten: Deutschland · Europa · Nordamerika
01 / QUELLENÜBERSICHT

Woher jedes Signal stammt

Jede Ebene beantwortet eine andere Frage. Erfasste Blitze sind kein Niederschlagsradar, und keine der Ebenen ersetzt eine amtliche Warnung.

MTG-I1 EUMETSAT LI

Meteosat Lightning Imager

Der Lightning Imager an Bord von EUMETSAT MTG-I1 liefert die aktuellen optischen Blitze für die Karten in Deutschland und Europa. Das Instrument beobachtet Europa rund um die Uhr aus dem geostationären Orbit in rund 36.000 km Höhe. Eine feste Längengrenze bei -37,5° trennt den atlantischen Überlappungsbereich von der Verarbeitung der GOES-Ost-Daten. EUMETSAT-Katalog: EO:EUM:DAT:0691.

Serverabfrage: 60 Sekunden Öffentliche Nutzung: Karten für Europa
Offizielle EUMETSAT-Dokumentation zum MTG LI →

Enthält modifizierte EUMETSAT-Meteosat-Daten. Contains modified EUMETSAT Meteosat data © EUMETSAT 2026.

G19 + G18 NOAA GLM

GOES-19 Ost + GOES-18 West

Die Instrumente Geostationary Lightning Mapper der NOAA erfassen optische Blitze über Nord- und Südamerika. Lightning Tracker ordnet die Beobachtungen von Ost und West festen Längenbändern zu, getrennt bei -106,1°, damit die überlappenden Sichtfelder keine doppelten Blitze erzeugen. Grundlage ist das NOAA-Produkt GLM-L2-LCFA. Für die deutschen Karten wird diese Quelle nicht verwendet.

Serverabfrage: 30 Sekunden GLM-Verarbeitung: vollständig bis 52°N, Randbereich bis 55°N
Offizielle GLM-Dokumentation der NOAA NESDIS →
SPC VORHERSAGE

NOAA Storm Prediction Center

Die Konvektionsvorhersagen des SPC liefern für die Tage 1 bis 8 einen kategorischen und probabilistischen Risikokontext. Es handelt sich um Vorhersagen und nicht um erfasste Blitze; sie bleiben von den Markierungen auf der Karte und von der Suche nach dem nächstgelegenen Blitz sichtbar getrennt. Für Deutschland sind die amtlichen Warnungen des Deutschen Wetterdienstes maßgeblich.

Ebene: Vorhersagekontext
Offizielle SPC-Vorhersagen der NOAA →
RADAR NIEDERSCHLAG

Niederschlagsradar: nicht Teil dieser Karte

Ein Niederschlagsradar misst die Reflexion von Radarstrahlen an Regentropfen, Schnee und Hagel. Es erfasst keine Blitze, und die Karten auf dieser Website zeigen keine Niederschlagsdaten. In der mobilen App kann je nach Version eine Niederschlagsebene verfügbar sein; maßgeblich für den dort aktiven Anbieter ist die App selbst und ihr Info-Bildschirm. Amtliche Radarprodukte für Deutschland veröffentlicht der Deutsche Wetterdienst.

Ebene: Niederschlag, getrennt von Blitzdaten
Amtliche Wetterinformationen des DWD →
02 / DATENMODELL

Was Lightning Tracker speichert

Die Instrumente registrieren einzelne beleuchtete Bildpunkte innerhalb sehr kurzer Zeitfenster. Benachbarte gleichzeitige Ereignisse werden zu Gruppen zusammengefasst, nahe beieinander liegende Gruppen zu einem Blitz. Die gespeicherte Position ist ein nach Strahldichte gewichteter Mittelpunkt des Lichtsignals und kein vermessener Einschlagsort am Boden. Wolke-Wolke- und Wolke-Boden-Blitze werden dabei gemeinsam erfasst, ohne zwischen beiden zu unterscheiden.

Die Entfernung von Dubletten folgt festen Regeln: stabile Ereignis-IDs des Anbieters bilden über source + provider_event_id eine gemeinsame Identität, und feste, sich nicht überschneidende Längenbänder verhindern Überschneidungen zwischen den Satelliten. Diese Regeln entfernen doppelte Datensätze; eine Zusage über die Verzögerung ist damit nicht verbunden.

03 / ZEITVERHALTEN

Der Abfragetakt ist nicht die Anzeigeverzögerung

Drei Uhren bestimmen, was auf dem Bildschirm erscheint. Ein fester Abfragetakt garantiert nie eine gleichbleibende Gesamtverzögerung. In der Praxis liegen zwischen Entladung und Darstellung einige Minuten.

  1. 01

    Veröffentlichung durch den Anbieter

    Die Bodenstationen veröffentlichen die Produkte nach der Beobachtung. Wann sie verfügbar sind, hängt von der Verarbeitung beim Anbieter und von der Netzverbindung ab.

  2. 02

    Abfrage durch den Server

    Lightning Tracker fragt die MTG-LI-Produkte alle 60 Sekunden ab und die GLM-Feeds alle 30 Sekunden, wertet sie aus und speichert neue Blitze.

  3. 03

    Gemeinsame Verarbeitung

    Filterung nach Quelle, feste Behandlung der Überlappungen, Speicherung, Gruppierung und Auslieferung über die API benötigen zusätzliche, schwankende Zeit.

  4. 04

    Aktualisierung im Browser

    Die öffentlichen interaktiven Karten fordern bei geöffneter Seite alle 90 Sekunden neue Daten an. Der Browser kann daher später aktualisieren als der Server abfragt.

Was das praktisch bedeutet: 60 Sekunden für MTG LI, 30 Sekunden für GLM und 90 Sekunden im Browser sind Taktraten – keine Zusage, dass jede Beobachtung innerhalb genau dieser Zeit erscheint.

04 / GRENZEN

Abdeckung und Grenzen für Ihre Sicherheit

OPTISCHES SIGNAL

Eine Markierung ist nicht zwingend ein Einschlag am Boden

Lightning Imager und GLM beobachten das Licht von Blitzen, darunter viele Entladungen innerhalb der Wolke. Deuten Sie nicht jede Markierung als bestätigten Wolke-Boden-Blitz, und lesen Sie die Position als Näherungswert.

KEINE ENTWARNUNG

Eine leere Karte ist kein Beweis für Sicherheit

Sichtbarkeit für den Satelliten, Verarbeitung beim Anbieter, Zustellung im Netz und der Aktualisierungstakt können Erfassungen verzögern oder ausfallen lassen. Wenn Sie Donner hören, gehen Sie ins Gebäude.

UMFANG DER ÖFFENTLICHEN KARTEN

Eine vorhandene Karte belegt keine lückenlose Erfassung

Die deutschen und europäischen Karten laufen über MTG-I1 LI, die Karten Nordamerikas über GLM. Aus dem geostationären Orbit nimmt die Sichtqualität zu den Rändern hin ab; jenseits von etwa 75° Breite wird der Bereich nicht mehr ausgewertet. Dass eine Karte existiert, belegt weder vollständige Erfassung noch Entwarnung.

AMTLICHE STELLEN

Kein Warndienst für den Notfall

Amtliche Unwetterwarnungen für Deutschland gibt ausschließlich der Deutsche Wetterdienst (DWD) heraus, ergänzt um die Meldungen der Katastrophenschutzbehörden. Lightning Tracker liefert ergänzenden Kontext, ersetzt diese Warnungen nicht und gibt nichts im Namen des DWD heraus.